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Gaudeamus!
Die aktuelle
Sonderausstellung "Gaudeamus!" richtet den Focus
auf die Geschichte der Musik im studentischen und im offiziellen akademischen
Leben und bietet hier eine "etwas andere" Sicht auf die musikalische
Kulturgeschichte Europas (Konzept).
Auf der einen Seite
geht es um das studentische Liedgut mit seinen mittelalterlichen Wurzeln und all
seinen politischen, religiösen und moralischen Implikationen. Die grosse
Phantasie, der Wortwitz und auch die Bissigkeit der Liedertexte galten dabei
keineswegs immer nur dem Klischee "Wein, Weib und Gesang".
Auf der anderen Seite
geht es um die Musik im offiziellen akademischen Leben, ein bis heute kaum
bekanntes Feld: Huldigungs-, Fest- und Gedenkmusiken der
Universitätskapellmeister und akademischen Musikdirektoren als Keimzelle des
späteren Orchester- und Chorwesens mit unmittelbaren Bezügen zu den
bedeutendsten Komponisten, die nicht nur Studentenensembles einrichteten,
sondern auch speziell für akademische Feierstunden komponierten, wie z.B.
Telemann, Bach oder Mozart.
Kurator der
Ausstellung ist der Musikwissenschaftler Dr. Hanspeter Renggli (*1952). Er ist
Dozent an der Hochschule der Künste Bern und arbeitet in den Bereichen
Opernforschung, Ästhetik und Hochschulgeschichte. Ausserdem ist er Präsident des
Musikfestivals Bern, Herausgeber der Berner Beiträge zur Musikwissenschaft und
Rezensent für mehrere Zeitschriften.
Die Gestaltung übernimmt die Berner Grafikerin Agnes Weber (*1964). Sie ist seit
vielen Jahren in der Kommunikation tätig und hat schon zahlreiche vergleichbare
Projekte realisiert (www.weberundpartner.com).
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Gaudeamus!
Scholaren und Vaganten – 600 Jahre studentisches Musizieren
Studentenlied, Studententanz, Studentenleben? Wer kennt sie nicht, die gängigen
Muster vom ausschweifenden Treiben an den Akademien und Universitäten?
Die Geschichte des studentischen Lebens und seine gesellschaftlichen Formen
waren aber seit den ersten europäischen Universitäten reich an Poesie, Gesang
und Instrumentalspiel. Manche gesellschaftskritische Aussage fand allein über
die studentische Satire, als Spottlied, Tanz oder Theaterspiel ins öffentliche
Bewusstsein: sei dies im Bologna des 13., im Paris des 15. oder im Leipzig des
17. Jahrhunderts. Studentisches Liedgut lebt seit dem Mittelalter von grossem
Bilderreichtum, von Wortwitz und mitunter auch von deftiger Liebeswerbung.
Ungezählte Texte, Melodien, Tänze, Stammbucheintragungen, Karikaturen und
Liederbücher zeugen von einer eigenwilligen, aber bunten und fantasiereichen
Kultur.
In über 140 Bildern und Objekten, begleitet von 35 Klangbeispielen, wirft die
Ausstellung einen etwas anderen, wenig bekannten Blick auf die abendländische
Musikgeschichte.
Impressionen der Ausstellung

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Allgemeines Deutsches Commersbuch
(Unter musikalischer Redaktion von Fr. Silcher und Fr. Erk; 25. Auflage;
Lahr 1884.) |
Oswald von Wolkenstein: «Her wiert, uns dürstet
also sere» (Innsbrucker Hs., 1432, f. 29 v) |
Studentisches Instrumentalensemble
(Stammbuchblatt des Johann Wilhelm Thenn, Privatbesitz) |

Miniatur mit
vier Zechern (Carmina burana, f. 89 v)
Frühere Sonderausstellungen
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